Soll man überhaupt noch Kinder in die Welt setzen? – Eine immer größer werdende ideologische Bewegung verneint diese Frage: Der sogenannte Antinatalismus.

Antinatalisten sagen: Es ist schlecht für die Menschen, Kinder zu bekommen. Lieber sollten sie steril sein.

Klingt komisch, ist aber so.

Der Antinatalismus ist in verschiedenen Strömungen beheimatet. 

Dabei fußt er jeweils auf einer eigenen Argumentation.

Die wichtigsten davon sind:

  1. Der utilitaristische Antinatalismus: Nach ihm gilt es, das gesamte Leid der Welt zu minimieren und das Glück zu maximieren. Das Leben eines Menschen produziert immer mehr Leid als Glück, denn er muss stets mit dem Tod rechnen. Daher ist es besser, wenn keine Menschen mehr zur Welt kommen.
  2. Der existenzialistische Antinatalismus: Die Welt ist von Grund auf schlecht und die Existenz des Menschen sinnlos. Es wäre daher unverantwortlich, Kinder in eine solche Welt zu setzen.
  3. Der feministische Antinatalismus: Frauen haben ein Menschenrecht darauf, ihre ungeborenen Kinder nach Bedarf töten zu lassen. Ein Kind zu bekommen, schränkt die Selbstbestimmung der Frau im Regelfall ein. 
  4. Der ökologistische Antinatalismus: Die Menschen verbrauchen zu viele Ressourcen und zerstören den Planeten. Deshalb sollte es weniger Menschen geben.

Der Antinatalismus ist eine Morallehre – wenngleich im Ergebnis eine unmoralische.

Ihm lässt sich deshalb auch nur mit moralischen Argumenten begegnen. Demnach steht der Antinatalismus für: 

  • Lebensfeindlichkeit: Das (menschliche) Leben wird von Antinatalisten nicht gefeiert und gewürdigt. Bestenfalls begegnen sie ihm mit Misstrauen, schlimmstenfalls mit Verachtung. Da das Leben auch der Ursprung des Denkens ist, verachtet sich dieses Denken also selbst.
  • Dekadenz: Der Antinatalismus strebt nicht nach Wachstum und Schöpfung, sondern nach Zerfall. Als Ergebnis einer konsequenten Umsetzung des Antinatalismus kann nur der Untergang der gesellschaftlichen Ordnung stehen.
  • Neurotizismus: Die Denkweise des Antinatalismus überschneidet sich mit individuellen Neurosen, zum Beispiel Bindungsfähigkeit oder Angststörungen. Damit bleiben diese unbewusst und werden in ein „philosophisches“ bzw. politisches Argument rationalisiert, was ihre Lösung verhindert.
  • Inhumanität: Wer nicht möchte, dass Menschen geboren werden, ist prinzipiell ein Menschenfeind.
  • Inkonsequenz: Antinatalismus wird vorwiegend in westlichen Ländern propagiert, in denen die Geburtenraten ohnehin schon extrem niedrig sind. Der Antinatalismus trägt damit die sprichwörtlichen Eulen nach Athen.

Es zeigt sich: Der Antinatalismus ist der bisher ärgste Ausdruck des Nihilismus, welcher die abendländische Zivilisation befallen hat.

Es ist leicht zu zeigen, dass die Argumentation der Antinatalisten sich selbst untergräbt: Wer glaubt, dass Nicht-Leben besser als Leben sei, kann weder im Bereich der Ethik („Lehre vom richtigen Leben“) noch im Bereich der Logik („Lehre vom richtigen Denken“) noch überzeugende Positionen vertreten.

Die Ableitung des (utlitaristischen) Antinatalismus in die Lebenspraxis würde zudem völlig perverse Resultate zutage fördern: 

Wenn Antinatalisten ihre eigene Philosophie glauben und konsequent durchsetzen, müssten sie sich über den Tod eines Menschen freuen (schließlich wäre dieser durch den Tod von seinem „Leid“ befreit); und auf der anderen Seite über die Geburt eines Menschen Trauer empfinden (schließlich würde dieser in sein „Leid“ hineingeboren). 

Ebenso müssten die (utilitaristischen) Antinatalisten die Abschaffung der Strafen für Mord und Totschlag fordern. Schließlich stellt für sie der Tod eine „Befreiung“ dar in dem Sinne, dass der Mensch vom „Leid“ in seiner Existenz endgültig Abschied nehmen darf. 

Der Tod hat also keine spezielle, existenzielle Bedeutung mehr, weshalb Antinatalisten folgerichtig auch keine Angst mehr vor ihm haben dürften und diese anderen Menschen abraten. 

Aber lassen wir diese abstrusen Gedankenspiele. 

Denn zum Glück gibt es eine wesentlich einfachere Erwiderung auf den Antinatalismus:

Statt gegen Geburten zu argumentieren, sollten wir das Leben feiern und wertschätzen!

Der Kreislauf des Lebens: Tod und Geburt, Jugend und Alter.