Ein Gastbeitrag von Dr. Christian Steidl

Eine Impfentscheidung ist immer eine Abwägung: Auf der einen Seite steht die Gefährlichkeit und Ansteckungswahrscheinlichkeit eines Virus sowie die Schutzwirkung der Impfung; auf der anderen Seite die Risiken und Nebenwirkungen des Impfstoffs. Die folgende Checkliste soll Ihnen helfen, die richtige Entscheidung für Sie zu treffen. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keine medizinische Beratung handelt –sondern vielmehr einen gedanklichen Impuls, sich eigenverantwortlich und auch kritisch mit der Covid-19-Impfung auseinanderzusetzen.

Muss ich mich unbedingt gegen Covid-19 impfen lassen?

Covid-19 ist eine grippeähnliche Erkrankung der Atemwege, die gehäuft in den Wintermonaten auftritt. Das Sars-CoV-2-Virus und seine Mutationen sind mittlerweile recht weiter in der Bevölkerung verbreitet, so dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit durchaus mit rund 10 Prozent angenommen werden kann.

Die Gefährlichkeit wurde Anfang 2020 etwas überschätzt, weil man in Italien primär die schwer Erkrankten in den Kliniken auf das Corona-Virus getestet hat. Durch breit angelegte Antikörperstudien konnte belegt werden, dass viel Menschen von der Infektion gar nichts merken oder schwache Schnupfensymptome habe. Aber es gibt auch bei schwerere Verläufe – überwiegend bei Älteren und Vorerkrankten – und einige Menschen sterben auch AN Corona und nicht nur MIT Corona. Die Sterblichkeitsrate wurde letztlich 2020 von Prof. Joannidis von der Standford-Universität mit 0,27 % beziffert. Diesbezüglich ist Covid-19 mit anderen Grippeviren vergleichbar. 

Wie bei anderen Grippeimpfungen kann man hier also sagen: Man muss sich nicht unbedingt impfen, vor allem wenn man nicht zu einer Risikogruppe gehört. Aber wenn es geringe Nebenwirkungen gibt und die Impfung einen guten Schutz bietet, könnte der Nutzen überwiegen. Die Frage ist nun: Erfüllen die neuartigen Impfstoffe diese Kriterien? Ist die Impfung ungefährlicher als die Krankheit?

Schützt die Impfung vor einer Ansteckung mit Covid-19?

Dass Corona-Impfungen vor einer Ansteckung schützen könnten, wurde von Anfang an nicht behauptet. Das wäre auch sehr überraschend gewesen, denn die Impfung wirkt im Blut und die Coronaviren infizieren den Rachenraum und die Lunge. Aber es wurde von den Impfstoffherstellern versprochen, die Impfung mildere die Krankheitsverläufe ab. In Studien sei das belegt worden. 

Aber da von den Studienteilnehmern generell nur wenige krank wurden, ist ein signifikanter Unterschied zwischen den Geimpften und nicht Geimpften schwer erkennbar. Ein ähnliches Bild ergibt sich nun bei der Anwendung der Impfstoffe in der Notzulassung. Es gibt auch Corona-Kranke, die Geimpft sind. Ob das nun an neuen Mutationen liegt, gegen die der Impfstoff weniger wirksam ist, oder ein generelles Problem ist, müsste noch genauer untersucht werden. Eine Studie, ob die Letalitätsrate bei Geimpften oder bei Ungeimpften höher ist, gibt es noch nicht.

Wie lange die Impfung einen Impfschutz bietet, falls sie das anfangs tut, muss auch noch untersucht werden. Die Politiker scheinen davon auszugehen, dass in regelmäßigen Abständen nachgeimpft werden muss, denn die EU hat alleine von Pfizer 1,8 Milliarden Impfdosen bestellt, bei einer Einwohnerzahl von 446 Millionen in der EU. Da sich nicht mehr als 50 % überhaupt impfen lassen wollen, ergibt das rund acht Impfdosen für alle Impfwilligen.

Welche Risiken bringt eine Impfung mit sich?

Ebenfalls ist noch unbekannt, welche Langzeitfolgen die Impfung hat. AstraZeneca geht laut Fachinformation (Beipackzettel) davon aus, dass eine Immuno-Thrombozytopenie (Mangel an Thrombozyten) häufig auftritt – also bei 1 bis 10 % der Geimpften. Falls sich diese Autoimmunreaktion mit den Jahren verstärkt, kann das tödliche Folgen haben. Beim Impfstoff von BioNTech Pfizer gibt es den Verdacht von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern. Bei allen Impfstoffen treten vermehrt Thrombosen auf.

Wer sich dennoch dafür entscheidet, sich impfen zu lassen, sollte seinen Antikörper-Status überprüfen lassen: Wer Corona schon gehabt hat, sollte bei der Impfung beachten, dass der Körper auf die Impfung mit einer überschießenden Immunantwort reagieren könnte. Gleiches gilt für denjenigen, der bereits mit Corona infiziert ist. Eine Schwangerschaft könnte zudem eine Gegenindikation darstellen, da es keine klinische Studie zur Verträglichkeit gibt. Im Gegenteil: Einige geimpfte Schwangere haben ihr Baby verloren, was womöglich durch die Impfung verursacht wurde.

Wann sollte ich mich am besten impfen lassen?

Wer sich impfen lassen will, sollte den richtigen Zeitpunkt auswählen. Während der Grippesaison von Oktober bis Mai ist es weniger ratsam. Grippeschutzimpfungen werden in der Regel Ende August / Anfang September durchgeführt. Da der Aufbau des Impfschutzes 2–3 Wochen dauert, lohnt sich eine Impfung aktuell nicht mehr. Somit hat ist jetzt noch genug Zeit, sich umfassend mit den Impfnebenwirkungen zu beschäftigen und die Auswertung der Erfahrungen mit den Impfstoffen im ersten Halbjahr 2021 abzuwarten. Dann lässt sich von den Erfahrungen der bisher Geimpften profitieren und auch der beste Impfstoff auswählen. Falls alle aktuellen Impfstoffe viele Nebenwirkungen zeigen, mag der eine oder andere eventuell einen anderen Impfstofftyp auswählen, der jetzt noch in der Testphase ist, der aber weniger Potential für Nebenwirkungen hat, weil er nur aus einem Fragment des Spike S Proteins besteht und keine kationischen Nanolipide und Erbinformation (mRNA oder DNA) enthält.

Kann ich den Impfvertretern vertrauen?

Die Impfstoffherstellung ist ein riesiges und sehr lukratives Geschäft. Das beweist nicht, dass Impfstoffe nur dem Impfstoffhersteller nutzen. Wer von der Impfung nicht überzeugt ist oder die Risiken als zu hoch für sich bewertet, sollte sich nichts aufschwatzen lässt. Ratsam ist, zu überprüfen, was die Leute, die die Impfstoffe empfehlen, sonst so für Ansichten vertreten. 

Wenn jemand der Meinung ist, dass es zu viele Menschen auf der Welt gibt und das Ökosystem droht, wegen Überbevölkerung zusammenzubrechen – dann verwundert es, wenn diese Person gleichzeitig Impfstoffe entwickelt, dass damit möglichst wenig Menschen an Krankheiten sterben. Ein Plausibilitäts-Check, um abzuschätzen, ob es eine Person gut mit der Menschheit meint, ist daher nie verkehrt.